Pressemitteilung DIE LINKE Görlitz
Stadtratsfraktion Görlitz
04.04.2011 14:30 Uhr
Nach der teils heftigen Debatte um die Finanzierung des Straßentheaterfestivals ViaThea und der noch im Raum schwebenden Gefahr der Durchführbarkeit des Altstadtfestes, nach der Absage des Schlesischen Musikfestes und den Unsicherheiten beim Fortbestand des Theaters in seiner bisherigen Form und angesichts der Haushaltslage der Stadt Görlitz fordert Mirko Schultze, stellv. Vorsitzender der Stadtratsfraktion im Görlitzer Stadtrat, sich ein Beispiel an Zittau zu nehmen und Kulturleitlinien für Görlitz zu erarbeiten.
„Der Stadtrat von Zittau hat am 24.02.2011 Leitlinien für Zittau beschlossen, darin werden alle für die Stadt Zittau wichtigen Feste und Einrichtungen aufgeführt und eine Zielbeschreibung definiert. Am Beispiel Zittau sollte sich Görlitz orientieren. Eine breite Debatte unter Beteiligung der Bevölkerung, von Kulturschaffenden, Gastronomen, Museumsmacherinnen und Organisatorinnen der Veranstaltungen in Görlitz kann dazu beitragen, einen breiten Konsens über die Kultur in Görlitz zu erzielen. Am Ende des Diskussionsprozesses muss stehen, welches Fest, welche Einrichtung und welche Initiative welche Bedeutung für die Stadt Görlitz hat und wie diese in Zukunft finanziert werden sollen.“ so Mirko Schultze
Eine kurzsichtige und nur am Haushalt orientierte Diskussion ist weder zielführend, noch berücksichtigt sie den besonderen Bildungsauftrag von Kunst- und Kulturangeboten oder die touristische Bedeutung von Veranstaltungen.
Die Zittauer Leitlinien finden sie hier: Kulturleitlinien der Stadt Zittau 2011

April 4th, 2011 on 20:22
Dienstag, 5. April 2011
(Sächsische Zeitung)
Ganz Görlitz macht sich einen Kopf
Von J. Thümmler und J. Ulbrich
Nicht nur Mitveranstalter sind für Eintrittsgelder. Auch in der Stadt und im Internet wird rege über die Zukunft des Fests diskutiert.
Der drohende Ausfall des Altstadtfestes beschäftigt all jene besonders, die sich seit Jahren an der Gestaltung beteiligen. Wie Weinhändler Axel Krüger. Im vergangenen Jahr hat er mit anderen Altstadtgastronomen die Aktion „Zu uns nur mit Pin“ ins Leben gerufen. „Ähnliches ist auch für dieses Jahr denkbar“, sagt Krüger und hofft, noch mehr Wirte ins Boot zu holen.
Warum nicht Auf die eigenen Kräfte besinnen
Viel lieber würde er die Beliebigkeit des Festes abgeschafft sehen. „Warum holen wir jedes Jahr Händler von außen, statt unsere eigenen Leute das Fest beleben zu lassen?“ Wirte, die jeden Tag für Leben in der Stadt sorgen, auch in der Saure-Gurken-Zeit. „Diese eifrigen Leute bekommen beim Fest fremde Händler vor die Tür, die das große Geld verdienen wollen.“ Das besondere Görlitzer Flair sei somit weg. Lieber sollten einheimische Wirte mehr Raum bekommen. „Sie verstehen, wie die Stadt tickt. Ich glaube zudem, dass die Görlitzer sich selbst sehr gut feiern können.“
Übrigens machen das auch die Zittauer schon seit Jahren so: Das große Mittelalter-Spectaculum wird von einer engagierten Bürgergemeinschaft in Eigenregie organisiert und gestaltet – und ist jedesmal ein großer Erfolg.
Warum nicht ein Festgebiet absperren
Eine Gruppe, die jedes Jahr auch in Görlitz Eigeninitiative beweist, sind die Anwohner der Nikolaistraße. Seit langem gestalten sie das Altstadtfest mit. Doch ein eigenes Fest als abgetrennter Teil kann sich Marion Semmling nicht vorstellen. „Es soll ein Beitrag für die Gesamtheit sein.“ Doch warum nicht abgesperrt wird, damit jeder Eintritt bezahlt, versteht sie nicht. Sie fahre seit Jahren zum Elbhangfest nach Dresden, wo in einem riesigen Gebiet kassiert werde. „Nur in Görlitz soll das nicht gehen.“
Warum nicht mal nach Zittau schauen
Stadtrat Mirko Schultze (Linke) hat Zittau als Vorbild erkannt. Görlitz solle sich doch an den dortigen Kulturleitlinien orientieren, meint er. Dort steht auf sieben Seiten unter anderem, dass auf eine vielfältige, qualitativ hochwertige Kultur geachtet und regionale Lage wie bürgerschaftliches Engagement gezielt genutzt werden. Das solle man auch in Görlitz diskutieren, so Schultze. „Am Ende muss stehen, welches Fest, Einrichtung und Initiative welche Bedeutung für die Stadt hat und wie diese in Zukunft finanziert werden sollen.“
Warum denn keinen Eintritt kassieren
Auch auf der Internetplattform Facebook ist eine Diskussion um die künftige Finanzierung des Fests entbrannt. Und so gut wie jeder, der sich eingeschaltet hat, hätte überhaupt kein Problem damit, einen angemessenen Eintritt zu bezahlen. „In Meißen oder Rothenburg, wo weit weniger geboten wird, gibt es keine Frage, man muss zahlen. Das Bäckerbrot, die Schuhe bezahlt man ja auch. Warum nicht auch für kulturelle Angebote? Die Alternative wäre die Bierbratwurststadtfestsause. Eintritt auf verträglichem Niveau – pro Person das Äquivalent eines Biers oder einer Bratwurst – das bezahlen alle, ohne mit der Wimper zu zucken“, schreibt beispielsweise Siegfried Hoche.
Und was meinen Sie? Schreiben Sie uns an:
sz.goerlitz@dd-v.de
April 4th, 2011 on 20:36
Im Kulturausschuss ist die Idee schon mal nicht auf Widerstand gestoßen. Die Verwaltung soll eine Übersicht erarbeiten und dann soll weiter diskutiert werden.
April 10th, 2011 on 09:56
1)Konkurrenz belebt das Geschäft!Wenn Einheimische Auswärtige fernhalten wollen dann ist das garantiert nicht im Sinn der Besucher.Die Altstadt ist groß genug,daß jeder sein Angebot machen kann.Außerdem kassiert die Stadt die Verkäufer garantiert ab und holt sich so einen Teil ihres Geldes zurück.
2)Absperren und kassieren kostet Geld.Wenn man die damit verbundenen Mehrkosten wieder reinholen will,dann wird der Eintritt deutlich teurer,das führt zu weniger Besuchern,weniger Umsatz bei den Händlern und so wird es zum Minusgeschäft!Viele bezahlen ihren Obulus jetzt schon freiwillig.Außerdem pendeln viele zwischen Görlitz und Zgorzelec und eine gerechte Kontrolle wäre nicht einfach.
3)Ich bin absolut dagegen das Geld immer wieder für das Theaterfestival und das Altstadtfest auszugeben.Das Theater ist teuer genug und das sollte den Theaterfreunden reichen.Ich kenne keine westdeutsche Stadt dieser Größe welche sich auch nur teilweise ein Theater leistet!In Zgorzelec werden vom städtischen Kulturetat jedes Jahr wunderbare Konzerte bezahlt,für die Görlitz kein Geld hat obwohl das Interesse viel größer wäre (bei “Den Prinzen” (Bombardier) war der Obermarkt überlaufen!).Andererseits gibt es nach meiner Kenntnis keinerlei Preisermäßigungen für Sozialschwache und deren Kinder (z.B. im Schwimmbad,Bücherei etc.).Auch Anträge der Fraktion “Die Linke” bezogen auf Einrichtungen der Stadt sind mir nicht bekannt,obwohl sie nur dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nach Teilhabe der Kinder entsprechen würden.
Görlitz leistet sich außer einem Theaterintendanten einen teuren “Kulturbürgermeister” dessen Aufgabengebiet und Notwendigkeit mir absolut schleierhaft ist.
Zusammengefaßt bin ich dafür das Geld für Konzerte anstatt des Theaterfestivals und des “Kulturbürgermeisters” auszugeben.
April 10th, 2011 on 11:02
P.S. Mir ist doch eine Stadt ähnlicher Größe eingefallen (sogar weniger Einwohner) welches ein Theater unterhält:Baden-Baden.Man muß aber auch die Einnahmen beider Städte gegenüberstellen um zu urteilen ob sich Baden-Baden das Theater vielleicht aus eigenen Mitteln leisten kann.